Abschied von der Kindheit und Lehrzeit des Walter Hartung in Eschwege und Kassel

Es wäre schade, wenn die Erinnerungen an die Kindheit und die Erlebnisse nach Beendigung der Schulzeit nicht schriftlich festgehalten würden. Alle Ereignisse und Erfahrungen der Jugendzeit würden im Meer des Vergessens versinken.

Ich hatte ein schönes Zuhause, hatte immer genug zu essen und mußte auch nicht frieren. Wenn wir allerdings nicht rechtzeitig die Klibber auch dem Holzschuppen geholt und in die Holzkiste neben dem Herd  gefüllt hatten, konnte es schon einmal passieren, daß unsere Mutter aus Erziehungsgründen (!?) das Feuer im Herd ausgehen ließ und wir im Kalten saßen.

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Die Festwoche in der Bäckerei Hartung

„Meh honn de Fesdworre“ Dieser Ausspruch vom Senior der Familie wirkte auf alle Mitglieder – auch auf uns Kinder – elektrisierend. Festwoche wurde grundsätzlich jede Woche vor den großen kirchlichen Feiertagen, aber auch vor den Ereignissen, wie Heimat- und Waldfest oder Kirmes, genannt. Sie bedeutete für alle besondere Aktivität an den Tag zu legen, pünktlich aus den Federn zu steigen und zumindest so zu tun, daß man den Eindruck hatte, ausschließlich nur die Festwoche im Kopf zu haben. Der alte Herr konnte ganz schön grantig werden, wenn nicht alles so lief, wie es ihm vorschwebte.

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Sommervergnügen der Waldkappeler Jungen

Sommerferien in Waldkappel

Je älter man wird, desto öfter erinnert man sich der so fern liegenden Kindheitserlebnisse, die sich fest eingeprägt haben. Man war unbeschwert und hatte das Leben noch vor sich. Unsere kleine Welt war neu und heil. So auch die kirchlichen Feste, die uns sehr beeindruckten und auch wegen des leckeren Essens hoch willkommen waren. Das größte Ereignis im Jahre waren aber die Schulferien. Endlich war man frei von (fast) allen Zwängen und konnte tun und lassen was man wollte.

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Bist du ein Christ?

Konfirmandenprüfung

Die Prüfung der Konfirmanden war noch bis in die 60er Jahre am Freitag vor der Konfirmation in der vollbesetzten Kirche in Waldkappel. Geprüft wurde entweder nach dem Kleinen Katechismus Martin Luthers, oder (im 20.Jh. seltener) nach dem Hessischen Katechismus der niederhessisch-reformierten Tradition. Mit letzterem verbindet sich die gern erzählte Prüfungsanekdote:

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Wasserversorgung in Waldkappel (um 1821-1908)

Stadtplan von Waldkappel von 1802

Vor einiger Zeit fiel mir ein altersschwaches graublaues Heftchen in die Hände. In diesem alten Büchlein ist anfangs des Jahrhunderts in schönstem Amtsdeutsch festgehalten worden, in welcher Weise die neue Wasserleitung der Stadt Waldkappel „benutzt“ werden darf und was für die Wasserentnahme in Mark und Pfennig zu „entrichten“ ist. Sogar Strafbestimmungen enthält das vom Magistratsrat Pitz unterschriebene „Ortsgesetz“. Dieses Heft regte mich dazu an, einmal Nachforschungen darüber anzustellen, wie es wohl vor dem Bau der Städtischen Wasserleitung (1908) mit der Trinkwasserversorgung ausgesehen haben mag..

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Wintervergnügen der Waldkappeler Kinder vor dem Kriege

Immer wieder steigen Erinnerungsbilder  aus Kindheitstagen empor, die es wert sind, festgehalten zu werden. Vieles ist im Denkgehäuse gespeichert und  nicht auf  Nimmerwiedersehn verschwunden. Das Gegenteil ist der Fall. Sogar ganz belanglose Dinge werden wieder gegenwärtig. Je älter man wird, um so deutlicher treten die Bilder aus früheren Zeiten hervor.  Man meint  z.B. wieder die geölten Fußböden der Klassenzimmer zu riechen und die Schläge der Kirchturmuhr, die das Ende einer verhaßten Schulstunde verkündeten, zu hören. 

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Der Husarenpfarrer

Husarenpfarrer

Unter den Pfarrherren Hessens hat wohl keiner einen seltsameren Bildungsgang gehabt als der Husarenpfarrer Brandau von Harmuthsachsen. Brandau hatte zwar studiert, irgendwie war er dann unter die 40 Husaren der kurprinzlichen Leibgarde geraten, war 1813 mit in den Freiheitskriegen nach Frankreich geritten und hatte nach endlich vollendetem Studium auf „Allerhöchstes Reskript“ die Pfarrstelle in Harmuthsachsen erhalten.

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Der Holzvergaser

Holzvergaser

Benzin, der Kraftstoff für unsere Autos, bekommt man heute überall, an jeder Tankstelle in jeder beliebigen Menge und in mehreren Qualitäten. Man ärgert sich nur über den ständig steigenden Preis und den unverschämt hohen Anteil, den der Fiskus für sich beansprucht. Doch das war nicht immer so.

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